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Närrisch
Die fünfte Jahreszeit brachte dieses mal alles mit sich, was man sich wünschte bzw. nicht wünschte. Der stramme Winter verschonte auch die Narren der Nation nicht mit seinen Kapriolen. Zwischen Regen, Schnee und Sturm bahnten sich die Umzugswagen ihre Wege und sorgten für viel Freude unter den Besuchern. Zum Glück für viele Veranstalter und Diskothekenbesitzer war das närrische Treiben nur an einem Wochenende, so dass auch „qualitative“ ;-) Events stattfinden konnten.
Um 11.11 Uhr am fetten Donnerstag war es wieder soweit: Die Rathäuser wurden gestürmt und die Schlüssel an die Karnevalsnarren übergeben, womit Fasching offiziell eröffnet wurde. Auch in diesem Jahr erkannte man den Trend, dass die Tage der Faschingsmuffel der Vergangenheit angehören. Land rauf und runter wurde gefeiert, was das Zeug so hielt. Unzählige Speckbälle erlebten ihr munteres Treiben, und auf den Kappensitzungen wurde jeder aufs Horn genommen, den mehr als fünf Leute kannten. Ein wahres Highlight war einmal mehr der Premabüba in Saarbrücken, der Donnerstags zu Weiberfasching und am Samstag zur MS einlud. An beiden Tagen war die Kongresshalle zum Bersten voll. Vor allem der Donnerstag entwickelte sich in den letzten Jahren enorm, denn der Zuspruch ist ungebrochen. Im Westsaal tobte sich der SR aus, und im Foyer gab Dj Peak sein Bestes. Aber auch die Freunde der elektronischen Klänge mussten auf nichts verzichten, denn Dj MOH legte seine Auswahl der Platten im Untergeschoss der Halle auf.
Unter dem Motto MS-Premabüba stand das Treiben am Hauptveranstaltungstag. Also alles was mit Wasser zu tun hatte, war hier herzlich willkommen. Auf sechs Floors unterhielten Künstler aus dem gesamten Land die Schiffsbesucher und machten die Nacht zum Tage. Eine Nachricht trübte die Flotte aber, denn der Hauptakt Dj Ötzi musste gesundheitsbedingt absagen. Ersatz fand man in Bernhard Brink und Antonia aus Tirol, die zwar glänzen konnten, aber Ötzi nie wirklich ersetzen konnten. Dennoch wurde der Premabüba auch dieses Jahr seinem Ruf gerecht und verzauberte die Besucher.
Eher dürftig und mager fiel die diesjährige Fernsehaufzeichnung der Mir sin nit so Sitzung in der Saarlandhalle aus. Zunächst lud man Detlev Schönauer alias Jaques aus, dann kam noch nicht einmal unser Ministerpräsident vorbei, viele Akteure glänzten nur durch Mittelmaß bis hin zur Langweile, und die Kameramänner ließen sich wohl auch von diesem lauen Abend anstecken. Nur die Grimmelwiedisch glänzte einmal mehr auf allen Ebenen.
Ein Belgier fasziniert momentan die Welt und vergass dabei die Saarländer nicht. Milow schaute auf ein paar Stunden in St. Ing-bert vorbei, nachdem sein Konzert aus der Garage in die Mechanische Werkstatt verlegt werden musste, da der Andrang zu groß war. Über 2000 Besucher erlebten einen gut aufgelegten Milow, der nicht durch Grimassen sondern vielmehr durch seine gesanglichen Qualitäten überzeugte. Jonathan Vandenbroeck, wie Milow bürgerlich heisst, begann mit The Kingdom sein Konzert, wo er erst nach einer Minute endlich auf der Bühne zu sehen war. Auf viele neue Lieder, die erst auf der kommenden Platte zu hören sind, folgten die Hits wie Ayo Technology oder You dont know. Auch seine Deutschkenntisse gab er zum Besten, als er sich bei den Fans bedankte, dass sie von Saarbrücken den Weg nach St. Ingbert fanden. Und einen Schmankerl gab es in der Zugabe, als der Gitarrist 99 Luftballons anstimmte.
Wie schnell ein Jahr vorbeigeht, merkt man daran, dass New Model Army wieder im Lande sind. Mittlerweile sind die Independent Rocker aus Britannien Dauergäste in der Garage geworden. Kaum ein Jahr vergeht, ohne dass Justin Sullivan und Co ihre Tour ohne Saarbrücken planen. Today is a good Day heisst die neue Platte, die die Armee vorstellten. Aber auch ihre alten Hits kamen nicht zu kurz, so dass die Stimmung jeweils bei Vagabonds und 51st States of Amerika um einiges stieg. Dennoch glänzten sie wieder mit viel Melancholie und politischen Aussagen. Viel zum Lachen gab es nicht, dafür aber ein professionelles Konzert.
Die KuFa lud mal wieder zu prall gefülltem Terminkalender ein, denn man nutzte alle Räume aus, die zur Verfügung standen. So wurde am RosenMontag zum traditionsreichen Houseball, tagsdrauf zu House & Friends und zwischendrin zu Hip Hopp und Rock geladen. Doch damit nicht genug, gaben sich an den Freitagen Dj Moguai und Chris Liebig die Ehre. Man konnte bei einigen das Gefühl haben, dass sie die KuFa nie verlassen haben, um bei allem dabei sein zu können. Auf jeden Fall gab es einiges zu sehen, und vor allem Chris Liebig begeisterte wahre Massen.
So, der Februar stand doch eher im Zeichen des Faschings und einiger Konzerte. Das wird sich im März wieder ändern, denn da wird Disothekenleben wenig unterbrochen werden. Lassen wir uns überraschen was auf uns zukommen wird, in diesem Sinne
alles Gute,
Fonz |
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Quellen: SaarTermin.
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